17.05.2020

#11 Schutzmasken in und auf aller Munde, oder: Das Überleben im Baumarkt

Vor vielen Jahren habe ich im OP gearbeitet, als chirurgische Assistenz am OP-Tisch und jahrelang in der Anästhesie. Es fällt mir aus diesem Grund relativ leicht, mich wieder an das Arbeiten mit Mundschutz zu gewöhnen. Diese persönliche Erfahrung kommt mir aktuell also in meinem Arbeitsalltag zugute.

Eine ganz andere Erfahrung habe ich allerdings gestern gemacht, bei einem 45 Minuten-Einkauf mit Maske im Baumarkt: Ich laufe einige Strecke durch die Flure und schiebe einen schweren Wagen vor mir her. Schon nach kurzer Zeit merke ich, wie mir die Puste ausgeht, ich Kopfschmerzen bekomme. Und dass, obwohl ich Übung im Maske-Tragen habe!

Wenn wir durch Masken atmen müssen – vor allem wenn wir das länger als diese lächerlichen 45 Minuten von gestern tun müssen, möglicherweise den ganzen Tag und 5 Tage die Woche – dann passiert genau das Gegenteil von dem, für das unser Buch steht. Der Untertitel unseres Buches lautet: „Wie wir mit wenigen Atemzügen unseren inneren Arzt fit machen“. Mit Maske vor Mund und Nase müsste es dann vielmehr heißen: „Das Sympathikus Prinzip - Wie wir mit falschen Atemzügen unseren inneren Arzt SCHWACH machen“.


Denn genau das passiert im Baumarkt, in Küche und Service der Gastronomie, im Frisör-Laden und in der KiTa. Der Grund für die gesundheitlichen Probleme durch Schwächung des „inneren Arztes“ ist in diesem Zusammenhang nicht nur der, dass wir zu wenig Sauerstoff und zu viel CO2 abbekämen, sondern dass uns mit der Maske der physiologisch gesunde ABLAUF unserer Atmung verloren geht. Dieser ist aber essenziell für eine gelingende Regulation in unserem vegetativen Nervensystem und damit auch für ein intaktes Immunsystem. Wir fallen in eine Regulationsstarre. Eine solche Regulationsstarre ist die beste Voraussetzung fürs Krank-Werden. Der Angst-Stress, der durch all die Schlagzeilen, die Sicherheits-Maßnahmen, die warnenden Lautsprecher-Durchsagen, die sichtbaren Richtlinien, die verhüllten Menschen um uns herum erzeugt wird, macht es nicht besser. Alle diese Eindrücke in Summe mit der allgegenwärtigen Panik bewirken, dass wir uns im Baumarkt in „Sympathikus-Regulation“ befinden. Diese ist grundsätzlich sinnvoll, sie ermöglicht uns in Ausnahmesituationen - im absoluten Notfall - das Überleben.

Das Überleben im Baumarkt?
Befinden wir uns jedoch über längere Zeit in diesem Zustand, werden wir krank. Diese Zusammenhänge sind eindeutig messbar und sehr gut erforscht. Die Messmethode dafür ist die HerzRatenVariabilitäts-Messung. Alle dies erklären wir in unserem Buch.

Mein Tipp:
Nach jedem Masken-Tragen mindestens 10 Minuten „Stress-reduzierendes-Atmen“ – wir erklären in Kapitel 4 wie das geht. In unserem Blog mit der Nummer #6 können Sie sich schlau darüber machen, ob Sie möglicherweise schon seit Monaten am Handgelenk Ihren Stress-Level messen, ohne es zu ahnen: #6 Weniger Stress: Gute Vorsätze fürs neue Jahr

Und lesen Sie sich in Kapitel 3 durch, was das „Denken in Regalbrettern“ mit uns macht. Verstehen Sie dort auch, warum unser Gehirn uns austrickst und sich „Katastrophen-Meldungen“ unbedingt wünscht und überall danach sucht. Zurzeit ist es für den „Sympathikus-Modus“ sehr leicht „Stress-Futter“ zu finden, vor allem auch in den Medien. Wir brauchen dringend wieder mehr PARASYMPATHIKUS! Nicht nur unser Körper, sondern die ganze Gesellschaft braucht das.

Bleiben Sie gesund!
Ihre Dr. Ursula Eder

Dr. med. Ursula Eder